Umwidmung vorhandener Strukturen für Nachnutzungen auf Altindustriestandorten und deren ökonomische Bedeutung für die urbane Nutzung

GädingVerfasser: Dr. Margret Gaeding
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Gaeding, Margret (2010): Nachhaltigkeit in der Landschaftsarchitektur auf Altindustrieflächen. Uni Kassel. Pdf-Download (Volltext)

In Deutschland liegen zurzeit etwa 800.000 bis 900.000 Hektar Altindustrieflächen brach – ein enormes Potenzial für innovative und nachhaltige Zwischen- und Folgenutzungen, aber auch Risiko für Verfall und Werteverlust von „Frei“-Flächen. Demgegenüber steht der quantitativ variable, jedoch kontinuierliche Bedarf an Freiflächen, Wohnflächen und Arbeitsplätzen. Ein „common manner“ im Umgang mit Altindustriearealen ist das temporäre postindustrielle Desinteresse an jenen Flächen, welches jedoch die Ursache für die Entstehung vieler altindustrieflächen-typischer Probleme ist, die sich bei rechtzeitiger und qualifizierter planerischer Intervention vermeiden bzw. lösen lassen. Methoden und Mittel der Landschaftsarchitektur können die Problemvermeidung und –lösung wirksam unterstützen und zu einer nachhaltigen wie auch wirtschaftlich erfolgreichen Entwicklung der Altindustrieflächen beitragen. Die Methoden und Werkzeuge der Landschaftsarchitektur werden in der Dissertation von Dipl.-Ing. Margret Gaeding untersucht und in Handlungsrichtlinien definiert. Zusammenfassend sollen damit Grundlagen für
einen nachhaltigen wie auch ökonomischen Umgang mit postindustriellen Flächen erarbeitet und für zukünftige Projekte anwendbar gemacht werden.

Thema begleitend war das Fachgebiet Landschaftsarchitektur/ Technik bis Februar 2009 an einem Forschungsprojekt im Auftrag des BMBF beteiligt, das sich mit der Reintegration von Altindustrieflächen in urbane Funktionsräume befasste. Hierzu wurde beispielhaft die Zeche Westerholt (Ruhrgebiet) im Rahmen des „Zechenstilllegungsprogrammes der Bundesregierung bis 2019“ausgewählt. Federführend in diesem Projekt war die Technische Universität München-Weihenstephan und hier der Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung von Prof. Peter Latz. Für die Bewertung der ökonomischen Aspekte wird neben der Kalkulation verschiedener Szenarien experimentell ein Werkzeug aus der empirischen Sozialforschung bzw. der Umweltökonomik auf einen Beispielstandort für eine Altindustrienfläche angewendet. Dabei handelt es sich um eine Kontingente-Bewertung, mit Hilfe deren es möglich wird, Nicht-Markt-Werte in monetären Einheiten zu messen und somit anderen, klassischen Markt-Werten für lokal- oder regionalpolitische Entscheidungen vergleichbar gegenüber zu stellen.