Promotion Human-Ökologisch Orientierter Wohnungsbau

Promotion „Human-Ökologisch Orientierter Wohnungsbau, Architekturhistorische Studie (1945-2000)“
Autor: Juri Czabanowski
Jahr: 2006
Volltext Download:  https://pure.tue.nl/ws/files/1994587/200612003.pdf
Zusammenfassung Dt. (Seite 342-343):

Zusammenfassung
Juri Czabanowski
HUMAN-ÖKOLOGISCH ORIENTIERTER WOHNUNGSBAU
Architekturhistorische Studie mit Empfehlungen für gesunde und umweltfreundliche Bauarten: DUWOB+ Modell und MEMORIE-Prüfliste

Das übliche Nachhaltige Bauen (im niederländischen Duurzaam Bouwen = DuBo) trägt noch immer zu wenig bei zu einer nachhaltigen Entwicklung. Diese These wird unter Anderem durch den jährlichen Bericht ‚State of the World‘ vom World Watch Institute und dem Wuppertaler Institut für Klimaforschung, Umwelt und Energie bestätigt. Diese Berichte und der Niederländische Nationale Umweltschutzplan (Nationale Milieubeleidsplan = NMP) sowie viele ähnliche Dokumente kommen alle zu einer Schlussfolgerung: auf längere Frist muss die Politik tiefer greifende Zielsetzungen in Bezug auf das Nachhaltige Bauen einsetzen, um Nachhaltiges Bauen tatsächlich zu verwirklichen.

Der Maßstab von DuBo muss je länger desto höher zu liegen kommen und die Energieleistungs-normen müssen wesentlich verschärft werden, um den Faktor 20 zu erreichen. Dieser Faktor 20 bezweckt den totalen Energieverbrauch in den nächsten 50 Jahren, 1990-2040, 20 Mahl zu verringern.

Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag liefern zu einem zielführenden, Nachhaltigen Bauen durch die Verdeutlichung de wechselseitigen Beziehungen zwischen Gesundheit des Menschen und der Tragkraft der Umwelt. Das human-ökologisch orientierte Bauen und Wohnen fordert mehr als das heute übliche und angewandte (Nachhaltige) Bauen, weil es die gesamte Gesundheit der Umwelt und des Menschen als universelle Werte des Weltexistieren des Lebens auf der Erde zentral stellt.

Die Untersuchung umfasst eine breite (architektur)historische Studie über die Vorläufer und Pioniere des human-ökologisch orientierten Bauens mit Nachdruck auf das 20. Jahrhundert im In- und Ausland, sowie einen Überblick über die Bauarten, die jetzt schon Rücksicht nehmen auf unsere Umwelt und Gesundheitsaspekte (Humane Ökologie). Definitionen der einschlägigen Begriffe rund Bauen, Umwelt und Gesundheit des Menschen sind Teil der Studie. Eine Inventur der bestehenden und teilweise angewandte Kriterien macht den Stand der Dinge des Nachhaltigen Bauens deutlich. Bestehende Kriterien, die schon teilweise human ökologisch orientierte Bauwerke möglich machen , wurden mit einander verglichen und nach kategorischer Analyse eingesetzt, um eine integrale Kontroll-Liste mit ausgewählten Schwerpunkten, wie vor allem ethischen Prinzipien und verschärfte Kriterien zusammen zu stellen: die sogenannte MEMORIE-PRÜFLISTE (Man- and Environment Minded Option-Rules Inclusiv Ethics Checklist).

Diese MEMORIE-PRÜFLISTE fließt in ein integrales Bau-Modell ein, das sogenannte ‚DUWOB+ Modell‘ (DUurzaam WOningBouw Plus Model). Dieses ‚DUWOB+ MODELL‘ ist weiterhin abgeleitet von den vorhandenen Modellen, die die Umwelt und die Gesundheit des Menschen berücksichtigen.

Beide Hilfsmittel dienen bei der zukünftigen Verwirklichung von Gebäuden und Siedlungen, die in zufriedenstellenden Mae zu einer Nachhaltigen Entwicklung beitragen, in dem sie die gesamte Gesundheit des Menschen und die Umwelt in jeder Hinsicht respektieren.

Das Modell wird von den verschärften Kriterien der MEMORIE-PRÜFUNG unterstützt und dient als Planungshilfe für Projekte des Neubaus und Umbaus in Erweiterungsgebieten zum Beispiel in den (Vor)orte der niederländischen Vinex (Vierde Nota Ruimtelijke Ordening Extra).

Bausteine des Modells waren: Literatur-Studien, eine Feldstudie bei VIBA (Vereinigung Integrale Bio-logische Architektur) und Recherchen des VIBA-Archivs, eine Befragung unter Diplom-Ingenieuren und Architekten, sowie eine Befragung und ein Interview unter Experten im Fachbereich von ‘Bauen und Umwelt‘.

An Hand der möglichen praktischen Benützung der entwickelten Hilfsmitteln3 wird eine soziale Ergänzung von einer technisch-wissenschaftliche Lücke zu Stande gebracht. Neben dieser praktischen Ergänzung wird auch ein normativer sozial-kultureller Effekt dieser Doktorarbeit erwartet, und zwar durch die Integration von unter anderem vielfach vernachlässigten ethischen und ästhetischen Aspekten.

 

Mit freundlicher Unterstützung bei der Übersetzung von Prof. Peter Schmid,
Vielen Dank!