Planungssystematik zur Entwicklung ganzheitlich-nachhaltiger Stadtraumkonzepte basierend auf dem Leitbild „Stadtschaft“

LugeVerfasserin: Dipl.-Ing. Stephanie Luge
Betreuung: Prof. Dr.-Ing. D. Glücklich
Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur
Grundlagen des Ökologischen Bauen
stephanie.luge@archit.uni-weimar.de
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Problemstellung
Die Probleme, mit denen wir in den Städten konfrontiert werden, sind noch immer nicht gelöst und wir befinden uns beharrlich auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für das komplexe Problem Stadt. Hilfsmittel zur Operationalisierung nachhaltiger Stadtentwicklung wie zum Beispiel Leitbilder oder Indikatoren sowie Lösungsansätze für einzelne Teilgebiete wie die Abwasserproblematik oder Energiekonzepte stehen in großem Umfang zur Verfügung, jedoch fehlt es an einer systematischen Herangehensweise für die Entwicklung ganzheitlich-nachhaltiger Konzepte – einer wirklichen Strategie.

Forschungsfragen
Welche Methoden und Systematiken stehen für die Analyse, Planung und Bewertung von Stadträumen im Sinne der Nachhaltigkeit zur Verfügung? Wie können sie vorteilhaft eingesetzt werden? Wo liegen Potentiale und Grenzen? In wie fern kann eine Systematik in der Vorgehensweise entwickelt und belegt werden, die dem langfristigen dynamischen Prozess der Stadtentwicklung gerecht wird?

Methodisches Vorgehen
Der theoretische Teil der Arbeit setzt sich mit der Methodik zur Entwicklung Ökologischer Gesamtkonzepte auseinander, stellt die einzelnen Planungsschritte sowie -elemente vor und untersucht diese hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile, Potentiale sowie Grenzen bezüglich einer nachhaltigen Entwicklung des Stadtraums.
Im Anschluss daran erfolgt die praktische Anwendung der zuvor gewonnenen Erkenntnisse und Festlegungen mit der Entwicklung ganzheitlicher Konzepte für zwei verschiedene Stadtquartiere.
Abschließend wird eine Bewertung der Ergebnisse in Form einer Gegenüberstellung von Soll-
und Ist-Zustand durchgeführt.

Ergebnis der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine Planungssystematik zu entwickeln, die einen Beitrag zur Operationalisierung einer nachhaltigen Stadtentwicklung leisten kann. Es soll ein Weg zur Entwicklung ganzheitlich-nachhaltiger Konzepte unabhängig von der jeweiligen Planungsaufgabe aufgezeigt werden, basierend auf einer Systematik, die bestimmte Grundanforderungen an die Stadtstruktur definiert, auf verschiedene Rahmenbedingungen reagieren kann und offen für veränderte zukünf-
tige Entwicklungen ist.

Adressaten der Arbeit
Adressaten der Arbeit sind zum einen Wissenschaftler, vor allem aber Planungspraktiker sowie Akteure im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung.

Expertenmeinungen
Prof. Wilhelm Ripl:  „Wir glauben noch immer, dass die drei Säulen der Agenda 21, nämlich die ökonomische Basis, die soziale Ausgewogenheit sowie die ökologische Komponente die Nachhaltigkeit bescheren könnten. In dieser Aussage liegt jedoch der fundamentale Irrtum, dass man dies nur verhandeln müsste und die resultierenden Kompromisse würden richtungssicher zur Nachhaltigkeit führen. Dem ist deshalb nicht so, weil die ökologische Komponente die unabdingbare Voraussetzung darstellt, die „Hardware“, mit der zusammen eine entsprechende „Software“ erst sinnvoll erscheint. Wenn von einer Software „Ökonomie“ bzw. der Forderung einer sozialen Ausgewogenheit ausgegangen wird auf Kosten der ökologischen Komponente, führt dies zu einer durch die besagten Verluste geprägten, irreversiblen Beschädigung der „Hardware“ und damit zum gleichzeitigen gesellschaftlichen wie ökologischen Systemabsturz. […] Nachhaltig sind [diese] Vorgänge nur dann, wenn durch die Zugriffe keine irreversiblen Hardwareschäden entstehen können.“1

Ekhard Hahn:  „Die derzeitige Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass das Wissen darüber, wie ein umweltverträglicher, ökologische Kreisläufe und Wirkungszusammenhänge einbeziehender Städtebau unter industriegesellschaftlichen Bedingungen aussehen kann, nur unzureichend entwickelt und verbreitet ist.“2
„Die natürlichen Lebensgrundlagen der heutigen und mehr noch der zukünftigen Generationen sind durch die Folgen einer linear und kurzfristig ausgerichteten Optimierung von technischen, sozialen und ökonomischen Einzelsystemen in einem historisch nicht bekannten Maße gefährdet.“3

Betreuung des Vorhabens
Prof. Dr.-Ing. D. Glücklich
Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur
Grundlagen des Ökologischen Bauens
Kontakt
Dipl.-Ing. Stephanie Luge
Bauhaus-Universität Weimar
Grundlagen des Ökologischen Bauens
Bauhausstraße 7b
99423 Weimar
Tel.: 03643 – 583453
Fax: 03643 – 583451
E-Mail: stephanie.luge@archit.uni-weimar.de

1
Ripl, Wilhelm (2004): Landschaftswasserhaushalt und Stoffströme, in: SPD-Landschaftsfraktion Brandenburg (Hrsg.): Kostenentlastung durch kluge Lösungen. Initiativen der SPD-Landschaftsfraktion zur Durchsetzung einer Kosten senkenden Abwasserreinigung in Brandenburg, Potsdam. S. 21f.
2
Hahn, Ekhart (1993): Ökologischer Stadtumbau. Konzeptionelle Grundlegung. 2. Aufl. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main. S. 37
3
Hahn, Ekhart (1993): Ökologischer Stadtumbau. Konzeptionelle Grundlegung. 2. Aufl. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main. S. 13

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