Multikriterielle Entscheidungsunterstützung für kommunale Klimaschutzmaßnahmen

MarklVerfasserin: Dr. rer. pol. Lioba Markl-Hummel, Straßburg
marklhummel@gmail.com

Professorin:
Prof. Dr. Jutta Geldermann
Professur für Produktion und Logistik, Georg-August-Universität Göttingen
Link: www.cuvillier.de/…/Buchdetails.html

Ziel des Promotionsvorhabens ist es Entscheidungsprozesse für kommunale Klimaschutzmaßnahmen abzubilden und zu analysieren und vorhandene Werkzeuge zur Unterstützung zu evaluieren. Fokus liegt auf der Abmilderung des Klimawandels, nicht auf der Anpassung. Die verschiedenen Alternativen für Klimaschutzmaßnahmen werden aufgeführt und nach verschiedenen Kriterien (technisch, wirtschaftlich, sozial) bewertet. Zudem werden die Präferenzen der Entscheidungsträger untersucht und abgeleitet, wie diese idealerweise umgesetzt werden könnten. Ein Schwerpunkt wird auf die Anwendung von Outrankingmethoden für die multikriterielle Entscheidungsunterstützung gelegt.

Kommunen sind Schlüsselakteure für den Klimaschutz, da sie die politische Ebene am nächsten beim Bürger sind, die meisten öffentlichen Gebäude in kommunalem Besitz sind und da das Subsidiaritätsprinzip die Umsetzung der politischen Vorgaben auf möglichst lokalem Niveau vorgibt. Städte und Gemeinden sind laut Deutscher Städtetag von den zu erwartenden Klimaänderungen in vielfacher Hinsicht unmittelbar betroffen.

Der Einflussbereich der Kommune für eine gesteigerte Energieeffizienz und Reduktion der Treibhausgase umfasst die Handlungsachsen Kommunales Energiemanagement für die eigenen, kommunalen Liegenschaften, Sensibilisierung der eigenen Angestellten, die Implementierung von dezentralen Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbarer Energie, die Beeinflussung von Haushalten, Gewerbe und Industrie durch Vorgaben der Bauleitplanung, durch Öffentlichkeitsarbeit und Energieberatungsangebote, sowie die Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätskonzepten. Zudem stellt die Identifikation und Verstärkung von CO2-Senken ein wichtiges Feld dar.

Eine Umfrage [Weimer-Jehle, Hampel und Pfenning 2001][1], die in Baden-Württemberg unter Kommunen zum Kommunalen Klimaschutz durch die Akademie für Technikfolgenabschätzung und die KEA durchgeführt wurde, ergab, dass für die Bemühungen um eine weitere Verstärkung des kommunalen Klimaschutzes insbesondere die Kommunen im Größenbereich um 10.000 Einwohner (ca. 3.000 – 25.000 Einwohner) wichtig sind. Diese haben gleichzeitig sehr spezifische Rahmenbedingungen (z.B. geringes Budget, geringe Personaldichte, großer Entscheidungsspielraum des Bürgermeisters) und sind die Zielgruppe, die am schwierigsten durch Fachtagungen und ähnliches erreicht wird. Im Rahmen der Projektarbeit und der Promotion wird 2009 eine erneute Befragung aller Kommunen in Baden-Württemberg durch EIFER und die Universität Stuttgart durchgeführt, um den aktuellen Stan der Klimaschutzaktivitäten, der Präferenzen und der Rahmenbedingungen abzufragen. Zudem werden mehrere Fallstudien mit einzelnen Kommunen durchgeführt.


[1] [Weimer-Jehle, Hampel und Pfenning 2001] Weimer-Jehle et al. (2001): Kommunaler Klimaschutz in Baden-Württemberg, Ergebnisse einer Umfrage. Nr.187/Februar 2001. Arbeitsbericht. Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg.

 

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