Operationalisierung ökologischer Nachhaltigkeit von Siedlungen

Verfasser: Holger Wolpensinger, Dipl.-Ing.
E-mail: wolpensinger@nse-netz.de

Eingeschrieben an der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund
Erstbetreuer: Prof. Dr.-Ing. Ekhart Hahn TU Dortmund

Gefördert von 7/2004 bis 10/2006 mit einem Promotionsstipendium der Hans Böckler Stiftung (HBS) Düsseldorf. HBS-Vertrauensdozent: Prof. Dr. Dieter Läpple TU Hamburg-Harburg

 

Kurzbeschreibung

In Deutschland gibt es etwa 230 gebaute Siedlungen und Stadtquartiere mit zusammen knapp 60.000 Wohneinheiten, die mit expliziten ökologisch-nachhaltigen Zielsetzungen seit 1980 realisiert wurden.

Untersucht wird in dieser Arbeit wie die Operationalisierung der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit in den deutschen Siedlungs- und Stadtquartiersprojekten erfolgte. Welche Konzepte wurden verfolgt und welche konkrete Maßnahmen umgesetzt. Inhaltlich eingegrenzt wird das Promotionsthema auf die Dimension der ökologischen Nachhaltigkeit, auch wenn manche Projekte umfassende Nachhaltigkeitskonzeptionen realisierten. Weiterhin werden vorwiegend Neubausiedlungen betrachtet, weil es hier größere Handlungsspielräume gibt und vermutet wird, dass dadurch Nachhaltigkeitskonzepte konsequenter umgesetzt werden können.

Untersucht werden Wohnsiedlungen und Stadtquartiere ab 20 Wohneinheiten. Dabei wird ein Maßnahmenkatalog der ökologisch am häufigsten realisierten Ansätze der im Webportal www.siedlungen.eu dokumentierten Siedlungsprojekte erstellt und diese systematisch bewertet, um somit Good- bzw. Best practise-Projekte herausarbeiten zu können.

Downloads
Abstract “Sustainable quarters and settlements in Europe – examples and quantification” auf Englisch (Stand: 2012)
Abstract “Potenziale und Grenzen der Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden und Siedlungen” NSE-Kolloquium Harburg (Stand: 9/2007)
Kurz-Exposé Promotionsvorhaben Holger Wolpensinger (Stand: 12/2003)


Stichworte: Operationalisierung; Indikatoren; Ökobilanz; Lebenszyklusanalyse; Wohnsiedlung; ökologische Siedlung; Nachhaltiges Stadtquartier


http://baufachberatung.net/promotion

Multikriterielle Entscheidungsunterstützung für kommunale Klimaschutzmaßnahmen

MarklVerfasserin: Dr. rer. pol. Lioba Markl-Hummel, Straßburg
marklhummel@gmail.com

Professorin:
Prof. Dr. Jutta Geldermann
Professur für Produktion und Logistik, Georg-August-Universität Göttingen
Link: www.cuvillier.de/…/Buchdetails.html

Ziel des Promotionsvorhabens ist es Entscheidungsprozesse für kommunale Klimaschutzmaßnahmen abzubilden und zu analysieren und vorhandene Werkzeuge zur Unterstützung zu evaluieren. Fokus liegt auf der Abmilderung des Klimawandels, nicht auf der Anpassung. Die verschiedenen Alternativen für Klimaschutzmaßnahmen werden aufgeführt und nach verschiedenen Kriterien (technisch, wirtschaftlich, sozial) bewertet. Zudem werden die Präferenzen der Entscheidungsträger untersucht und abgeleitet, wie diese idealerweise umgesetzt werden könnten. Ein Schwerpunkt wird auf die Anwendung von Outrankingmethoden für die multikriterielle Entscheidungsunterstützung gelegt.

Kommunen sind Schlüsselakteure für den Klimaschutz, da sie die politische Ebene am nächsten beim Bürger sind, die meisten öffentlichen Gebäude in kommunalem Besitz sind und da das Subsidiaritätsprinzip die Umsetzung der politischen Vorgaben auf möglichst lokalem Niveau vorgibt. Städte und Gemeinden sind laut Deutscher Städtetag von den zu erwartenden Klimaänderungen in vielfacher Hinsicht unmittelbar betroffen.

Der Einflussbereich der Kommune für eine gesteigerte Energieeffizienz und Reduktion der Treibhausgase umfasst die Handlungsachsen Kommunales Energiemanagement für die eigenen, kommunalen Liegenschaften, Sensibilisierung der eigenen Angestellten, die Implementierung von dezentralen Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbarer Energie, die Beeinflussung von Haushalten, Gewerbe und Industrie durch Vorgaben der Bauleitplanung, durch Öffentlichkeitsarbeit und Energieberatungsangebote, sowie die Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätskonzepten. Zudem stellt die Identifikation und Verstärkung von CO2-Senken ein wichtiges Feld dar.

Eine Umfrage [Weimer-Jehle, Hampel und Pfenning 2001][1], die in Baden-Württemberg unter Kommunen zum Kommunalen Klimaschutz durch die Akademie für Technikfolgenabschätzung und die KEA durchgeführt wurde, ergab, dass für die Bemühungen um eine weitere Verstärkung des kommunalen Klimaschutzes insbesondere die Kommunen im Größenbereich um 10.000 Einwohner (ca. 3.000 – 25.000 Einwohner) wichtig sind. Diese haben gleichzeitig sehr spezifische Rahmenbedingungen (z.B. geringes Budget, geringe Personaldichte, großer Entscheidungsspielraum des Bürgermeisters) und sind die Zielgruppe, die am schwierigsten durch Fachtagungen und ähnliches erreicht wird. Im Rahmen der Projektarbeit und der Promotion wird 2009 eine erneute Befragung aller Kommunen in Baden-Württemberg durch EIFER und die Universität Stuttgart durchgeführt, um den aktuellen Stan der Klimaschutzaktivitäten, der Präferenzen und der Rahmenbedingungen abzufragen. Zudem werden mehrere Fallstudien mit einzelnen Kommunen durchgeführt.


[1] [Weimer-Jehle, Hampel und Pfenning 2001] Weimer-Jehle et al. (2001): Kommunaler Klimaschutz in Baden-Württemberg, Ergebnisse einer Umfrage. Nr.187/Februar 2001. Arbeitsbericht. Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg.

 

Assessment tool for thermal comfort and energy efficiency in Korean high rise residential building

ParkVerfasserin: Dipl.-Ing. Sumee Park
Fraunhofer Institute for Building Physics

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Zum Verhältnis zwischen Urbaner Dichte und Energie

WurzbacherVerfasser: Steffen Wurzbacher – BU Wuppertal
Erstprüferin: Prof. Siems – BU Wuppertal
Zweitprüfer: Prof Hegger – TU Darmstadt
Webseite

Dichte und Urbanität sind in der Soziologie und der Stadtplanung seit Georg Simmel intensiv diskutierte Begrifflichkeiten, welche sich vor allem mit kulturellen und sozialen Fragestellungen auseinander setzten. Speziell die bauliche Dichte wurde in der Historie bevorzugt als Korrekturfaktor zukünftiger Stadtentwicklungen herangezogen, in ihrem Maß in den einzelnen Epochen jedoch extrem unterschiedlich bewertet (vgl. Gartenstadtbewegung ab 1898 und Großsiedlungen wie Köln – Chorweiler (1957), Dorsten – Neue Stadt Wulfen (1961), oder Ratingen West (1966) unter dem Motto „Urbanität durch Dichte“).

Neben den aktuellen soziokulturellen Herausforderungen, werden die vielschichtigen Eigenschaften von Dichte nun auch noch durch energetische und nachhaltige Aspekte in Hinblick auf den Klimawandel und die Endlichkeit fossiler Brennstoffe erweitert. Wie eine nachhaltige und energieeffiziente Stadt der Zukunft aussehen soll, darüber herrscht momentan noch Unklarheit, obwohl sich bereits diversive Ansätze in der Entwicklung der
städtischen Morphologie und des zugehörigen Netzes erkennen lassen. So ist einerseits ein Trend zur Verdichtung bestehender Strukturen, andererseits eine verstärkte Formung nach energetischen Gesichtspunkten durch die Generierung solarexponierter Oberflächen zu beobachten. Beide Verfechter folgen gegensätzlichen Zielen, nämlich einerseits einer Strategie zur Minimierung von Verlusten und andererseits einer Maximierung von Gewinnen.

Die vorliegende Promotion möchte sich nun vor diesem Hintergrund empirisch und explorativ dem Verhältnis zwischen urbaner Dichte und Energie in einer Grundlagenanalyse nähern. Dabei gilt es, in einem ersten Teil zunächst Begrifflichkeiten von Dichten zu klären und eine Abhängigkeitsmatrix zu entwickeln. Erkannte Interdependenzen zwischen den wesentlichen Dichtetypen wie bauliche Dichte, Einwohnerdichte, Netzdichte, programmatischer Dichte werden in diese Matrix einbeschrieben und nach Möglichkeit mit mathematischen Funktionen beschrieben. Liegen diese vor, werden Auswirkungen von Dichtetypen und Dichtegradienten auf den baulichen und mobilitätsbezogen Energiebedarf eines Stadtraums untersucht und ebenfalls in die Matrix integriert.
In einem zweiten Teil der Arbeit wird ein urbanes Energiemodell auf Grundlage der Abhängigkeitsmatrix programmiert. Diese dient als „Tool“, um Tendenzen in Bezug auf Energieströme in den beiden Segmenten – bauliche Strukturen und Mobilität eines Stadtraums – abzubilden.
In einem dritten Teil der Arbeit sollen die Erkenntnisse zum Verhältnis zwischen urbaner Dichte und Energie anhand realer Stadträume verdeutlicht werden. Hierzu erfolgt eine beispielhafte Beschreibung von verschiedenen nachhaltigen Entwicklungsmaßnahmen in Hinblick auf die zuvor dargestellten Zwänge einer Reduktion baulicher Dichte einerseits und einer baulichen Nachverdichtung von Bestandsstrukturen andererseits. In Bezug auf „shrinking cities“ und wachsende Strukturen sind geeignete Betrachtungsräume wie zum Beispiel Gelsenkirchen-Bismarck, Dorsten-Neue Stadt Wulfen und Duisburg-Marxloh (schrumpfende Strukturen) oder Köln-Ehrenfeld, Düsseldorf-Medienhafen oder Paderborn-Sande (wachsende Strukturen) zu nennen. Diese sollen sich neben erwarteten ab- beziehungsweise zunehmenden Bevölkerungsdichten auch baulich und programmatisch voneinander unterscheiden.
In einem vierten Teil sollen aus den gewonnen Erkenntnissen aus der Grundlagenuntersuchung Handlungsempfehlungen für baurechtliche und politische Maßnahmen entwickelt werden, die auf eine nachhaltige Stadtentwicklung abzielen.

Stand: Januar 2011

Politische Ökologie städtischer Infrastrukturen

HenningVerfasser: Pia Laborgne, Martin Schmidt, Henning Wilts
Doktoranden am Institut IWAR, TU Darmstadt
p.laborgne@iwar.tu-darmstadt.de, m.schmidt@iwar.tu-darmstadt.de,
H.wilts@iwar.tu-darmstadt.de
Webseite

Technische Infrastrukturen bilden eine zentrale Schnittstelle zwischen Natur und  Gesellschaft und die nachhaltige Entwicklung von Stadtregionen hängt in hohem Maße von ihnen ab. Eine Nachwuchsforschergruppe am Institut IWAR (Raum- und Infrastrukturplanung  an der Technischen Universität Darmstadt) hat sich zum Ziel gesetzt, die politische Ökologie städtischer Ver- und Entsorgungssysteme raum- und sektorvergleichend zu untersuchen. Dabei konzentrieren wir uns jeweils auf einen Sektor: Wasserver- und Abwasserentsorgung, Stoff- und Abfallwirtschaft und Energieversorgung.
Nach der Erarbeitung eines übergreifenden konzeptionellen Rahmens auf Basis von Stadt- und Infrastrukturforschung sowie sozialwissenschaftlicher Technikforschung, sollen raum- und sektorverspezifische Merkmale der jeweiligen Infrastrukturregime ermittelt und schließlich Strategien der Infrastrukturplanung empirisch analysiert werden. Ziel ist schließlich die Formulierung von Anforderungen an eine nachhaltige und innovationsorientierte Infrastrukturpolitik. In unserem Vortrag möchten wir unsere Promotionsthemen, das methodische Vorgehen sowie den konzeptionellen Rahmen (Schritt eins) vorstellen.

Stand: März 2010

Untersuchung von Potenzialen des dezentralen Einsatzes regenerativer Energien zur Deckung des Wärme- und Strombedarfs von Bestandsgebäuden

SteinVerfasserin: Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt. Ing. Britta Stein
Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt / Technische Universität Hamburg-Harburg
b.stein(at)iwu(dot)de 
Webseite

Der Betrieb und die Nutzung von Gebäuden in Deutschland sind heutzutage meist mit dem Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Gas, Öl und Kohle verbunden, durch deren Verbrennung der Bedarf an Raumwärme und Strom gedeckt wird. In der Klimaforschung wird es inzwischen als erwiesen angesehen, dass das bei diesen Verbrennungsvorgängen freigesetzte CO2 eine Klimaveränderung herbeiführen wird, die die Lebensbedingungen auf der Erde nachhaltig verändert. Derzeit verbrauchen 20 % der Weltbevölkerung 80 % der Energie. Durch das wirtschaftliche Wachstum ehemaliger Entwicklungs- bzw. Schwellenländer wie China oder Indien ist mit einem spürbaren Anstieg des Weltenergieverbrauchs zu rechnen. Die Ressourcen an fossiler Energie sind jedoch endlich und schon die heutige Nachfrage wird bereits in naher Zukunft nicht mehr gedeckt werden können. Für Deutschland kommt hinzu, dass insbesondere Öl und Gas importiert werden müssen, wodurch Abhängigkeiten und potenzielle politische Konfliktpotentiale entstehen. Bereits in den letzten Jahren sind die Öl- und Gaspreise stetig gestiegen. Es ist abzusehen, dass sich aus diesen Gründen die Energieversorgung von Gebäuden in Zukunft grundlegend verändern wird.

Wenn Komfort und Hygiene auf dem heutigen Niveau bleiben sollen, kommen dafür drei Ansätze in Frage, die miteinander kombiniert werden können und müssen:

  1. Substitution von fossilen durch regenerative Energieträger
  2. Steigerung der Effizienz durch den Einsatz moderner Technologien
  3. Steigerung der Suffizienz-Befriedigung der Bedürfnisse bei möglichst geringer Inanspruchnahme von Ressourcen

Während für Neubauten bereits vermehrt hohe Dämmstandards und der Einsatz regenerativer Energie- versorgung in Betracht gezogen und umgesetzt werden, spielen diese Überlegungen bei Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben des Gebäudebestandes eher eine untergeordnete Rolle. Oft wird dies mit mangelnder Wirtschaftlichkeit begründet. Gerade bei Modernisierungen des Gebäudebestandes sind jedoch große Potenziale vorhanden, da der Energieverbrauch selbst im Vergleich zu konventionellen Neubauten hoch ist. Zudem macht der Anteil an Neubauten in Deutschland einen vernachlässigbar klei- nen Anteil der Bautätigkeit aus.
Ziel der Arbeit ist es, Möglichkeiten und Grenzen des dezentralen Einsatzes erneuerbarer Energien zur Deckung des Wärme- und Strombedarfs von Mehrfamilienhäusern im Gebäudebestand zu untersuchen.
Zu diesem Zweck wird zunächst ermittelt, welche Merkmale von Gebäuden a) den Energiebedarf relevant beeinflussen und b) für den Einsatz verschiedener regenerativer Technologien von Bedeutung sind. Anschließend werden Gebäude, die bestimmte Kombinationen dieser Merkmale aufweisen, zu Gruppen
zusammengefasst.
Für ausgewählte Gebäudegruppen wird ermittelt, welche Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zum Einsatz regenerativer Energien bestehen. Dabei soll insbesondere die Frage beantwortet werden, ob und wie der Energiebedarf der Gebäude durch die Kombination von baulichen und anlagentechnischen Maßnahmen vollständig gedeckt oder sogar mehr Energie als benötigt erzeugt werden kann.
Zudem sollen in diesem Zusammenhang auch folgende Fragestellungen beantwortet werden:

  • Für welche Gebäudegruppen sind zentrale, für welche dezentrale Versorgungssysteme sinnvoll?
  • Inwieweit kann der Energiebedarf von Bestandsgebäuden durch die Kombination baulicher und anlagentechnischer Maßnahmen vollständig durch regenerative Energien gedeckt werden?
  • Wie muss der Energiebedarf der Gebäude der einzelnen Gruppen gesenkt werden, um mit regenerativer Energie versorgt werden zu können? Gibt es hierfür eine gemeinsame Kennzahl oder ist der Wert für jede Gebäudegruppe verschieden?
  • Unter welchen Randbedingungen (Veränderung der Energiepreise, Veränderungen der Preise für die untersuchten Technologien) werden die untersuchten Maßnahmen wirtschaftlich?

Stand: Februar 2007

In der 2ten Reihe – Was kommt nach dem Handel?

SperleBearbeiter: Dr.-Ing. Tilman Sperle
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Franz Pesch
Universität Suttgart, Städtabau-Institut
tilman.sperle@si.uni-stuttgart.de
Webseite

Die Frage, was nach dem Handel kommt mag polemisch klingen, angesichts der herausragenden Bedeutung, die der Handel in den städtestädtischen Zentren einnimmt. Seit jeher ist die europäische Stadt eine Handelsstadt und neben seiner originären Versorgungsfunktion nimmt der Handel in den städtischen Zentren stadtgestalterische und soziale Funktionen ein. Der Handel ist das integrierende Medium für Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Bildung sowie öffentliche wie private Dienstleistungen. Mit seiner belebenden Wirkung trägt der Handel maßgeblich zur Attraktivität des öffentlichen Raums und damit zur Urbanität in den Städten bei.
Dennoch sind die Erosionserscheinungen des Handels gerade in den Nebenlagen – den
Stadtteil- und Ortsteilzentren – unübersehbar. In den in den Stadtrandlagen der Innenstädte mittelgroßer Städte (100.000-250.000 Einwohner) und an der Peripherie von Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern tritt vermehrt Leerstand auf. Am jeweiligen Standort sind davon insbesondere die b-Lagen, also die Ränder betroffen.
Der Bedeutungsverlust der Nebenzentren wird begleitet von zahlreichen kumulierenden, bisweilen schon seit Jahren anhaltenden Trends wie Bevölkerungsverlust und Überalterung, Polarisierung zwischen Innenstadt und Grüner Wiese – oder one-stop-shopping vs. Lust- und Freizeiteinkauf, Wegfall anderer Frequenzbringer wie Post und Banken, Rückzug von sozialen und kulturellen Einrichtungen wie etwa der Kirchen sowie die Konzentration
kommunaler Verwaltungseinrichtungen auf weniger Standorte. Unabhängig vom aktuellen Stand des Konsumklima-Index schwindet die Kaufkraft und wird gleichzeitig der Teil des freiverfügbaren Einkommens kleiner, der dem Einzelhandel vorbehalten ist. Hinzu kommt die inneren Erosion des Handels, der Aufgabe des inhabergeführten Einzelhandels und des Lebensmittelhandwerks.
Die zahlreichen Maßnahmen, die heute zur Revitalisierung von Nebenlagen angewendet werden, gehen implizit von der Rückkehr einer Handelsnutzung aus. Aber schon seit einigen Jahren wird bei den Interessenverbänden des Einzelhandels offen von Rückbau bzw. der Umnutzung von Handelsflächen gesprochen. In der Stadtplanung wird dieses Thema erst seit kurzem diskutiert.
Die zentrale Frage lautet nun: Welche Nutzungen folgen dem Handel in den Nebenzentren, welche Nutzungskonzepte gibt es? Welche Perspektiven bieten sich den Nebenzentren gerade mit Hinblick auf eine sich abzeichnende Reurbanisierung.
Im Rahmen der Arbeit soll diesen Fragen anhand von drei Fallstudien und Experteninterviews nachgegangen werden.

Stand: September 2009