Potenziale und Restriktionen für eine gewerbliche Folgenutzung von innerstädtischen Verfügungsflächen – am Beispiel von Logistikunternehmen in Berlin

Verfasserin: Dr. Anke Ruckes
FU Berlin, Fachbereich Geowissenschaften
Betreuer: Prof. Dr. Markus Hesse

Die Dissertation widmet sich dem Thema der Ansiedlung von Logistikunternehmen auf innerstädtischen Verfügungsflächen. Mit einem Bedeutungsgewinn der Innenstädte („Reurbanisierung“) und einer damit einhergehenden Zunahme der innerstädtischen Bevölkerung steigen auch die Herausforderungen an die Versorgung der Innenstädte mit Waren. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit am Beispiel von Berlin welche Bedeutung innerstädtische Flächen für die Ansiedlung von Logistikunternehmen haben. Hierfür wurden drei Fallstudien untersucht: das Logistikzentrum der Kaiser’s Tengelmann GmbH auf dem ehemaligen GASAG-Gelände in Berlin-Mariendorf, der METRO Cash & Carry Markt auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs in Berlin-Friedrichshain und der Hamberger Großmarkt auf dem ehemaligen Güterbahnhof Moabit.

Als Ergebnis der Arbeit und der Auswertung der Fallstudien wurde herausgearbeitet, welche Anforderungen seitens der Logistikunternehmen an innerstädtische Standorte gestellt werden. Zudem erfolgte ein Abgleich mit den vorhanden Flächenpotenzialen. Des Weiteren wurden Logistikfunktionen identifiziert für die innerstädtische Standorte interessant sind. Anhand der Experteninterviews aus den Fallstudien wurden die entscheidenden Motivationsgründe der Unternehmen untersucht, die für einen innerstädtischen Standort sprechen. Hierbei hat sich gezeigt, dass Transportkosten und Zeitersparnisse wieder eine größere Relevanz haben als in den Standorttheorien abgenommen. Auch werden höhere Grundstückspreise im innerstädtischen Bereich im Hinblick auf die Einsparung von Transportkosten und Zeitvorteile in Kauf genommen.

Anhand der Untersuchung der Ansiedlungsprozesse und der Auswertung vorhandener Literatur wurden die wesentlichen Konfliktpotenziale bei der Ansiedlung von Logistikunternehmen identifiziert und untersucht, wie in den einzelnen Prozessen mit den Konflikten umgegangen wurde. Eine zentrale Rolle spielte in diesem Zusammenhang die Intensität der Information und der Beteiligung der betroffenen Anwohner.

Aus den Ergebnissen der Arbeit lassen sich unter anderem Handlungsempfehlungen auf der lokalen und regionalen Ebene sowie der Bundesebene ableiten, u.a. in Bezug auf den Ansiedlungsprozess und die Ermittlung geeigneter Flächen.

 

Website/Kontakt:
www.hcu-hamburg.de/bachelor/stadtplanung/arbeitsgebiete/projektentwicklung-management
anke.ruckes@hcu-hamburg.de

 

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