Der Beitrag der Dorferneuerung zur Reduzierung der Außenentwicklung – eine akteursorientierte Prozessanalyse

RitzingerVerfasserin: Dipl.-Geogr. Anne Ritzinger
Betreuer: O. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Holger Magel
Technische Universität München, Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung
ritzinger@landentwicklung-muenchen.de
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Hintergrund
Der anhaltende Freiflächen- und Landschaftsverbrauch kann als ein wesentlicher Faktor für den Kulturlandschaftswandel gesehen werden und stellt eine der großen raumordnerischen und umweltpolitischen Herausforderungen unserer Zeit dar. Vor allem im suburbanen und ländlichen Raum führt die Zersiedelung von Landschaften zu einer als nicht nachhaltig anzusehenden Raumentwicklung. Trotz planungsrechtlicher Vorgaben findet kein quantitativer Rückgang der Flächenneuinanspruchnahme statt; das geforderte Gebot, Innenentwicklung vor Außenentwicklung zu priorisieren scheint letztlich nur ein Lippenbekenntnis zu sein. Maßnahmen stoßen immer wieder an ihre Grenzen, sobald sie sich zu weit in das Spannungsfeld mit privaten Eigentums- und Nutzungsinteressen bewegen bzw. negative kommunal-politische und finanzielle Folgen befürchtet werden.

Rolle der Dorferneuerung – Forschungsbedarf

Das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm ist ein vielseitiges Instrument der Landentwicklung, welches Kommunen, Behörden und nicht zuletzt auch Bürgern/Grundeigentümern umfassende Möglichkeiten eröffnet, Raumentwicklung in eine nachhaltige Richtung zu steuern. Der Bedarf nach einer verstärkten Förderung der Innenentwicklung ist als Aufgabenschwerpunkt ins Bewusstsein von Politik und Verwaltung gerückt. Zielvorgaben in Richtung einer nachhaltigen Raumentwicklung ergeben sich u.a. durch die Vorgaben der Landesentwicklung (LEP 2006), die Aufgaben des FlurbG §§1, 37 und durch die Bayerischen Dorferneuerungsrichtlinien: „Durch die Dorferneuerung sollen (…) die Innenentwicklung der Dörfer gefördert sowie der eigenständige Charakter ländlicher Siedlungen und die Kulturlandschaft erhalten werden“ (DorfR 2005). Doch kann mittels des Bayerischen Dorfentwicklungsprogramms nicht nur die Innenentwicklung gefördert, sondern auch gezielt die Reduzierung der Außenentwicklung unterstützt werden?
Als Ansatzpunkte für die Reduzierung der Außenentwicklung werden die Möglichkeiten zur Bodenordnung (Neuordnung nach FlurbG), die vernetzte Konzepterstellung für das Dorf und die umgebende Feldflur und die professionelle Unterstützung der Akteure bei Planung, Finanzierung und Umsetzung gesehen.

Zielsetzung der Arbeit
Die Dissertation soll einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Realisierungsmöglichkeiten einer nachhaltigen Raumentwicklung im ländlichen Raum mittels des Instruments der Dorferneuerung leisten. Ziel der Arbeit ist eine explorative Analyse des Beitrags des Bayerischen Dorfentwicklungsprogramms zur Reduzierung der Außenentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Akteure.

Fragestellung und forschungsleitende Fragen
Welchen Beitrag leistet das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm zur Reduzierung der Außenentwicklung?

  • Welche Ziele hat die Dorferneuerung zur Reduzierung der Außenentwicklung?
  • Wie wirkt die Dorferneuerung im Bezug auf die Reduzierung der Außenentwicklung?
    Wie läuft der Dorferneuerungsprozess ab?
    Wie beeinflussen die Akteure den Prozess?
  • Wie kann der Beitrag der Dorferneuerung zur Reduzierung der Außenentwicklung verbessert werden?

Stand: März 2009

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